Dom Maria Himmelfahrt

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Dom Maria Himmelfahrt – die größte Kirche in Bozen

Der Dom Maria Himmelfahrt steht in der Altstadt Bozen in unmittelbarer Nähe vom zentralen Waltherplatz. Er ist das Symbol für das Aufeinandertreffen von Nord und Süd. Während das bunte, geometrische Ziegeldach stark an den Wiener Stephansdom erinnert, atmen die Fresken im Inneren bereits den Geist der italienischen Renaissance. Das Bauwerk steht auf den Fundamenten einer frühchristlichen Basilika aus dem 4. Jahrhundert und vereint heute romanische Strenge mit der Leichtigkeit der Spätgotik. Wenn du vor dem Hauptportal stehst, blickst du auf eines der bedeutendsten sakralen Gebäude der Alpenregion.

Architektur-Highlight: Der filigrane Kirchturm von Hans Lutz

Das Prunkstück des Doms ist der 65 Meter hohe Glockenturm, der die gesamte Altstadt überragt. Er wurde zwischen 1501 und 1519 vom schwäbischen Baumeister Hans Lutz von Schussenried vollendet. Besonders beeindruckend ist der durchbrochene Turmhelm aus Sandstein: Er ist so filigran gearbeitet, dass er fast wie versteinerte Spitze wirkt. Wenn du den Blick nach oben richtest, erkennst du die handwerkliche Perfektion, die diesen Turm zu einem der schönsten gotischen Kirchtürme im gesamten Alpenraum macht.

Kunstschätze im Inneren: Kanzel, Fresken und die Gnadenkapelle

Im weitläufigen Inneren der Hallenkirche erwartet dich eine tolle Atmosphäre. Ein absolutes Muss ist der Blick auf die spätgotische Kanzel, die ebenfalls aus der Werkstatt von Hans Lutz stammt und mit detaillierten Reliefs der Kirchenväter verziert ist. Kunsthistorisch besonders wertvoll sind die Fresken der sogenannten „Bozner Schule“, die den starken Einfluss des italienischen Meisters Giotto widerspiegeln. Für einen Moment der Stille solltest du die barocke Gnadenkapelle besuchen, die das spätgotische Gnadenbild der Muttergottes beherbergt und bis heute ein wichtiger Wallfahrtsort für Einheimische ist.

Geheimtipps an der Außenfassade: Das Leitacher Törl und die Plappermutter

Es lohnt sich, den Dom einmal komplett zu umrunden, denn die Fassade steckt voller kleiner Geschichten. An der Nordseite findest du das prachtvolle „Leitacher Törl“. Schau genau hin: Die Reliefs zeigen Winzer bei der Arbeit – eine Hommage an den Weinbau, der Bozen seit jeher prägt. An einer anderen Wandstelle triffst du auf das Fresko der „Plappermutter“. Früher brachten Mütter ihre Kinder hierher, wenn diese Schwierigkeiten beim Sprechenlernen (dem „Plappern“) hatten, und baten um himmlischen Beistand.

Dom Bozen mit Glockenspiel: Himmlische Klänge über dem Pfarrplatz

Ein besonderes akustisches Highlight, das viele Besucher verpassen, ist das Glockenspiel im Bozner Domturm. Es besteht aus insgesamt 25 Glocken, die im Jahr 2010 in der traditionsreichen Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck gegossen wurden. Jeden Tag erklingen hier verschiedene Melodien, die mal geistlicher, mal weltlicher Natur sind. Die Mechanik ist so programmiert, dass die Lieder passend zu den Festzeiten im Kirchenjahr wechseln. Das Glockenspiel ertönt aber nur am Samstag und Sonntag um 11 Uhr!

Domschatzkammer Bozen: Einblicke in sakrale Pracht

Direkt neben dem Dom, in der alten Propstei, befindet sich die Domschatzkammer. Sie beherbergt eine der reichsten Sammlungen sakraler Kunst in Südtirol. Hier glitzern kostbare Reliquiare aus Gold und Silber neben prunkvollen liturgischen Gewändern, die mit feinster Seidenstickerei verziert sind. Die moderne Gestaltung des Museums bildet einen spannenden Kontrast zu den jahrhundertealten Exponaten.

Dom Bozen Öffnungszeiten

Damit du bei deiner Besichtigung nicht vor verschlossenen Türen stehst, solltest du die Öffnungszeiten des Doms im Blick haben. Der Dom in Bozen ist von Montag bis Freitag zwischen 10:00 und 17:00 Uhr sowie am Samstag von 10:00 bis 12:00 Uhr für Besucher zugänglich. Am Sonntag öffnet der Dom seine Pforten für Besichtigungen erst nach den Vormittagsgottesdiensten ab etwa 12:00 Uhr. Bitte beachte, dass während der laufenden Messen – insbesondere an hohen kirchlichen Feiertagen – Besichtigungen und Rundgänge im Kircheninneren nicht gestattet sind, um die religiöse Andacht zu wahren.

Wo ist der Dom Maria Himmelfahrt?

Bilder vom Dom Maria Himmelfahrt

Direkt am Waltherplatz in Bozen - der Dom Maria Himmelfahrt
Direkt am Waltherplatz in Bozen – der Dom Maria Himmelfahrt
Blick in den Dom Maria Himmelfahrt in der Altstadt Bozen
Blick in den Dom Maria Himmelfahrt in der Altstadt Bozen

Meine Tipps für dich:
Hinter dem Dom bist du schnell beim Dominikanerkloster mit den berühmten Fresken – sie lohnen sich! Sehenswert ist außerdem der Kreuzgang im Franziskanerkloster. Nach deinem Rundgang empfehle ich dir, dich in eines der Cafés am Waltherplatz zu setzen. Dort hast du den schönsten Blick auf das bunte Ziegeldach – bei einem Glas Südtiroler Wein ist der perfekte Abschluss deines Besuchs.

Die häufigsten Fragen zum Dom Maria Himmelfahrt

Wann wurde der Bozner Dom errichtet?

Die erste romanische Kirche wurde 1180 geweiht. Um 1300 begann der Neubau als spätgotische Hallenkirche, der im Jahr 1519 mit der Fertigstellung des markanten Kirchturms abgeschlossen wurde.

Was ist das Besondere am Dach des Doms in Bozen?

Das Dach ist mit bunt glasierten Ziegeln gedeckt, die ein charakteristisches Rautenmuster bilden.

Was hat es mit dem „Leitacher Törl“ auf sich?

Dieses Seitenportal an der Nordseite aus dem 14. Jahrhundert ist prachtvoll mit Skulpturen verziert. Historisch bedeutsam ist es, weil dort früher die Leitacher Bauern zu festgelegten Terminen Wein ausschenken durften.

Ist die Kirche Maria Himmelfahrt in Bozen ein Dom oder eine Pfarrkirche?

Beides. Sie ist die Stadtpfarrkirche von Bozen und fungiert seit 1964 als Bischofskirche (Kathedrale) der Diözese Bozen-Brixen. Da der Bischofssitz offiziell in Brixen bleibt, wird sie auch als Konkathedrale bezeichnet.

Gibt es bedeutende Reliquien im Dom Bozen?

Ja, im Dom werden die Reliquien der Bozner Seligen Heinrich von Bozen und Johann Nepomuk von Tschiderer aufbewahrt. Seit 2017 ruhen dort auch die Überreste des NS-Widerständlers Josef Mayr-Nusser.

Was ist das „Herz-Jesu-Bild“ im Dom Bozen?

Es handelt sich um ein Gemälde von Johann Josef Karl Henrici (1795), das eine zentrale Rolle in der Tiroler Volksfrömmigkeit spielt. Es gab den Anstoß zum Tiroler Herz-Jesu-Gelöbnis von 1796.

Welche Besonderheit weist der Hochaltar im Dom Maria Himmelfahrt auf?

Der monumentale barocke Hochaltar aus Marmor wurde 1716 von dem Veroneser Architekten Ranghieri errichtet. Er bildet einen starken stilistischen Kontrast zum gotischen Langhaus.

Welche besonderen Kirchen in Italien sollte man sehen?

Der Bozner Dom ist schön – noch imposanter sind die Peterskirche in Rom, der Dom von Mailand und der Dom von Pisa

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